„Warum sollte man denn bitte auf Fleisch verzichten? Und wenn schon auf Fleisch, warum dann auch noch auf Käse? Das ist ja schrecklich! Und was, bitte, kannst du denn überhaupt noch essen?“

So ähnliche Fragen hat wohl jeder Veganer schon einmal gestellt bekommen. Vor allem die letzte: Was kannst du noch essen? Was soll ich sagen: Seit ich mich vegan ernähre, habe ich so gut gegessen, wie noch nie zuvor! Es bleibt so viel übrig! Es sind nur eben andere Dinge, als die meisten Deutschen gewöhnt sind. Anders – aber nicht wenig! [Der halbe indische Subkontinent ernährt sich (bis auf das Ghee, dass sie statt Öl zum braten verwenden) weitgehend vegan. 3/4  der Menschheit weltweit sind sogar Laktose intolerant!] Und wenn ich wirklich einmal „Fleischhunger“ bekomme, esse ich Seitan oder Sojafleisch. Das schmeckt mir inzwischen viel besser als „echtes“ Fleisch und durch den hohen Eiweißgehalt geht auch der Fleischhunger weg.

Warum also vegan?

Mein Mann und ich sind 2013 nachdem wir einen Bericht über Massentierhaltung gesehen haben, auf eine vegetarische Ernährung umgestiegen. Leider hielt er es damit nicht so streng und ich habe daher Bücher zum Thema gelesen, um ihn mit besseren Argumenten überzeugen zu können. Was ich in diesen Büchern erfahren habe, hat mich so sehr schockiert, dass ich ziemlich bald zu dem Schluss kam, dass man eigentlich auch Milch und Eier (auch aus Freilandhaltung) nicht mit gutem Gewissen konsumieren kann.

 

Massentierhaltung

In den USA alleine werden jede Sekunde 300 Tiere getötet. Jede Sekunde. Massenmord ist kein Wort, das dem auch nur nahekommt!

Um das klarzustellen: Ich bin nicht dagegen, dass der Mensch Fleisch isst. Dass die Spezies sich gegenseitig essen, scheint die Natur so gewollt zu haben. Dass ich als Veganerin Vitamine (ganz wichtig: B12!!) zusetzen muss, scheint zumindest ein Beweis dafür zu sein.

Aber die Natur hat es nicht so eingerichtet, dass Millionen von Lebewesen jedes Jahr dazu geboren werden, ihr gesamtes Leben in einem Raum ohne Fenster zu verbringen, in ihrem eigenen Kot vor sich hin zu siechen, auf Spaltenböden kaum gehen zu können, so verquer gezüchtet, dass die eigenen Beine sie kaum noch tragen können, weil das Fleisch schneller wächst als die Knochen. Die Natur hat es nicht so eingerichtet, dass Lebewesen gefangen sind und sich vor Langeweile gegenseitig die Schwänze abbeißen.

Über die Schlachtung brauchen wir gar nicht reden. Da klappt aus versehen mal das Töten vor dem Häuten nicht. Da wird zum Teil mit Absicht gequält. Da bekommen die Tiere sehr genau mit, was da mit den 20 Kumpels vor ihnen passiert ist…

Und die Angsthormone, die dabei produziert werden, soll ich essen? Diese Quälerei, dieses Elend, soll ich unterstützen? Sorry. Nicht mit mir.

Dazu kommt, dass diese Tiere, weil sie eben so eng bei einander leben, permanent mit Antibiotika vollgestopft werden, damit sie nicht alle elendig verrecken. Auch die gehen natürlich ins Blut und auch in die Milch über. Und apropos Milch: Die Hormone in der Milch sind dazu gedacht, aus einem kleinen Kalb möglichst schnell eine große Kuh zu machen. Was macht das mit Menschen?

Zum Thema Massentierhaltung habe ich hier schon einmal eine kleine Geschichte geschrieben. Wer ganz ganz mutig ist, schaut sich den Film „Earthlings“ an. Ich habe mich bisher nicht getraut. Mir hat der Trailer schon mehr als gereicht.

 

Aber es gibt auch noch einen ganz anderen Grund, mit dem Fleisch- und Milchkonsum aufzuhören:

 

Auswirkungen auf die Umwelt

 

Wenigen ist es bekannt:

Die Massentierhaltung ist der größte Klimakiller.

Wie bitte? Der größte? Schlimmer als Flugzeuge? Autos? Industrie?

So ist es. Warum? Wasserverbrauch, Abgase, Rodung, um nur einige Beispiele zu nennen. In die Produktion eines einzigen Big Macs sind zum Beispiel 1500 Liter Wasser geflossen. Und da wird einem erzählt, dass man nicht so lange duschen soll??!! Da könnte ich ja eine Stunde am Stück duschen! Und das nur für einen Burger! Jetzt überlegt mal, wie viele von den Dingern jeden Tag weltweit verkauft werden! Und das sind nur die Burger bei MCDoof! In New York steht an jeder einzelnen Ecke ein „Halal Hot Dogs“ Wagen!

Warum braucht es so viel Wasser, um einen Burger herzustellen? Weil eine Kuh mal eben 5 x so viel isst und trinkt wie ein Mensch. Weil es auf dieser Erde 100 x so viele Nutztiere wie Menschen gibt. Und die haben alle Hunger! Und Durst!

Würden wir alle nur Pflanzen essen, gäbe es überhaupt keine Platzprobleme mehr auf der Erde. Denn wir müssten nicht mal ein Viertel so viel landwirtschaftliche Fläche haben wie jetzt. Menschen essen viel weniger als Kühe.

Und noch etwas tun sie weniger: Habt ihr euch mal überlegt, wie viel so eine Kuh furzt? Ganz im Ernst. Der Ausstoß an Methan-Gas ist ganz beachtlich! Und die ganze Gülle? Wohin damit? Klar, auf die Felder. Und von dort mit dem Regen in die Flüsse – und dann in die Meere.

Diese Welt ist nicht ausgelegt für so viele Tiere! Das gab es niemals zuvor. Das ist alles von Menschenhand gemacht!

Zu dem Thema Auswirkungen der Massentierhaltung auf die Umwelt empfehle ich euch den Film Cowspiracy, der zur Zeit auf Netflix gestreamt wird (auch auf Deutsch). Auch bei iTunes könnt ihr ihn bekommen.

 

Manchmal, wenn ich darüber nachdenke, was wir Menschen Millionen und Abermillionen von Tieren antun, ohne überhaupt je darüber nachzudenken, kommen mir die Tränen. Ich kann einfach nicht fassen, wie aufgeklärte Leute, die darüber bescheid wissen, so etwas weiter unterstützen können. Es ist und bleibt mir ein Rätsel.

Und glaubt bitte nicht, dass Bio besser ist. Na ja, okay. Besser. Aber weit, weit, weit von „gut“ entfernt!

Wer sich weiter informieren möchte, dem empfehle ich das Buch Kein Fleisch macht glücklich: Mit gutem Gefühl essen und genießen von Andreas Grabolle.