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Geschafft! Ein Jahr ohne Zucker!

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… oder fast 😉

Frohes neues Jahr!! 2014 ist zu Ende und somit auch das zuckerfreie Jahr, das wir uns selbst auferlegt hatten. Und ich habe es durchgehalten!

…. äh… bis auf die letzte Woche. 😉 Wir waren nämlich über Weihnachten auf den Kanaren (über zuckerfreien Urlaub werde ich euch demnächst berichten – es ist möglich, wenn man gut vorbereitet ist). Am letzten Tag unseres Urlaubs – genau drei Tage bevor das Jahr zuende war, habe ich mir dann doch ein Eis gegönnt.

Und wie war das erste Eis nach 362 Tagen ohne Süßigkeiten? Hm. Also… es hat ganz lecker geschmeckt. So, echt, nicht schlecht. ABER. So eine Kaki oder ein tolles Stück Melone schmecken auch richtig lecker. Und das, was ich mir so insgesamt in der Küche zaubere ist einfach mega-lecker. Da war das Eis nicht wirklich herausragend besser. Muss irgendwie gar nicht sein.

Der Unterschied ist nur: Nach dem Eis habe ich erst so richtig Hunger bekommen – ich hätte da erst mal so richtig anfangen können zu fressen. Und genau das ist ja der Grund, warum wir auch in Zukunft versuchen werden, Zucker so weit es geht zu meiden. Denn wenn man Zucker isst, wird der das Appetit-Hormon Ghrelin nicht abgebaut, wie es beim Essen von anderen Speisen der Fall ist. In anderen Worten: Zucker blockiert das Aufkommen des Sättigungsgefühls und sorgt dafür, dass wir immer schön weiterfuttern.

Heute morgen zum Frühstück gab es daher kein Nutella (nie wieder!!), sondern schön lecker selbst gemachtes Granola mit viel, viel Obst! Also, auf ein weiteres Jahr gesundes Leben! 🙂

Erschreckende Fakten über Zucker (Teil 2)

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Wie versprochen möchte ich euch heute noch einmal etwas mehr über die bösen Effekte von Zuckerkonsum erzählen. Was nämlich passiert in unserem Körper, wenn wir Zucker zu uns nehmen?

Vielleicht erst einmal die Frage: Warum essen die meisten Menschen so gerne Süßes? Das ist ganz leicht beantwortet: Weil es dick macht!

Wie? Was? Was ist denn daran gut? Warum sollten wir absichtlich dick werden wollen? Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir einmal eine kleine Zeitreise machen. Viele, viele tausend Jahre zurück nämlich. Zu unseren Vorfahren, den Jägern und Sammlerinnen. Während die meisten von uns heute einen Großteil ihrer Zeit auf einem Stuhl sitzend verbringen und jederzeit so viel essen können, wie wir wollen, waren unsere Ahnen ständig in Bewegung. Tieren hinterherlaufen, essbare Beeren, Nüsse oder Wurzeln suchen (und dann vielleicht noch ausgraben), Holz sammeln, Wasser holen… das alles braucht eine Menge Energie. Und diese Energie bekommen wir bekanntlich über unsere Nahrung. Oft war aber gar nicht so richtig viel Nahrung vorhanden und die Menschen mussten manchmal tage- oder gar wochenlang Fasten. Daher hat es die Natur so eingerichtet, dass wir automatisch Fettreserven aufbauen, wenn genügend zu Essen da ist. Diese können dann in den Hungerzeiten angezapft werden, so dass wir notfalls wochenlang ohne Nahrung auskommen können.

Der Körper weiß aber auch, dass manche Speisen die Fettreserven schneller vergrößern als andere. Zucker zum Beispiel (vor allem Fruktose), ist so ein Kandidat. Das heißt, wenn unsere Vorfahren dann doch einmal einen großen Baum voller süßer Früchte entdeckt hatten, was es nicht nur gut, sondern sogar fast nötig, dass sie so viel dieser Dickmacher zu sich genommen haben, wie möglich.

Und um dieses Überfressen zu fördern hat Mutter Natur zwei Mechanismen in uns angelegt, die uns bei Süßem immer schön weiter essen lassen:

  1. Zucker wirkt auf das „Belohnungszentrum“ im Gehirn. Das ist die Region, die auch bei Sex (weil wir uns ja vermehren sollen) und bei Drogenkonsum stimuliert wird. Wenn wir Zucker zu uns nehmen, fühlen wir uns einfach gut und wollen mehr davon. Glückgefühle werden in Massen ausgeschüttet!
  2. Zucker blockiert die natürliche Essbremse, die unserem Körper normalerweise sagt, wann wir satt sind. Das Hormon Leptin sorgt normalerweise dafür, dass wir aufhören zu essen, wenn wir genug haben. Insulin aber bremst das Leptin aus – und wenn wir Zucker essen steigt der Insulinspiegel im Körper. Das heißt: Wir essen einfach weiter, obwohl wir längst satt sind. Schlimmer noch: Bei besonders fettleibigen Menschen kann es irgendwann sogar zu einer Leptin-Resistenz kommen – und deshalb haben sie immer mehr und mehr Hunger.

 

Tja, was für unsere vermutlich recht mageren Vorfahren durchaus von Vorteil war, wird uns heute leider zum Verhängnis. Wir bewegen uns viel zu selten als dass wir dieses systematische Überessen noch nötig hätten. Wenn wir die ganze Tafel Schokolade gegessen haben, speichert unser Körper diese Nahrung schön als Fettreserve, weil er ja nicht weiß, dass heute Abend dann noch eine Pizza und eine Portion Ben and Jerry’s Eis kommen.

Außerdem ist in der Pizza dann auch noch einmal Zucker drin – und so essen wir mehr davon, als wir sollten. Besonders schlimm ist es, wenn wir Cola oder ähnliches dazu trinken. Mal abgesehen davon, dass die Cola allein schon dick macht, bremst der darin enthaltene Zucker auch noch die Leptinproduktion, so dass wir zusätzlich auch noch mehr essen, als wenn wir nur Wasser getrunken hätten. Softdrinks sind also doppelte Dickmacher!

Und so wundert es mich persönlich auch überhaupt nicht mehr, warum in allen Fertigprodukten massenweise Zucker drin sein muss: Mal abgesehen davon, dass es besser schmeckt, bringt es uns auch noch dazu mehr zu essen. Und mehr. Und noch mehr.

Na vielen Dank, Nahrungsmittelindustrie!

 

P.S.: Wer jetzt denkt: „Oh Gott! Ich muss sofort aufhören Obst zu essen!“, dem sei beruhigenderweise gesagt: Obst mach den Körper nur so dick, wie er sein soll – eben kräftig genug, um gut zu überleben. Es ist fast unmöglich, so viel Obst zu essen, dass man davon dick wird. Wenn dieser Zucker aber aus der Frucht/der Rübe/dem Zuckerrohr herausgenommen und in 20-facher Menge einer Tafel Schokolade zugesetzt wird – dann fangen unsere Probleme an.

Nichts als Vorteile

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Im letzten Jahr, als wir noch Zucker aßen, war es (wie schon erwähnt) für mich kein Problem, eine ganze Tafel Schokolade in 5 Minuten zu verspeisen. Manchmal aus Sucht, manchmal aus Frust.

Jetzt gibt es natürlich nicht weniger frustige Situationen als früher. Aber jetzt greife ich nicht mehr zur Schokolade. Jetzt geht es einfach nicht mehr. (Was wäre, wenn ich inkonsequent werden würde? Das Opfer ist mir zu groß.) Wenn ich heute anstatt dessen zu meinem heißgeliebten Joghurt greife, und einfach ein paar Esslöffel davon verspeise, ist das nicht schlimm. Es ist fast noch besser, denn ich tue oft noch Obst dazu, was richtig gesund ist.

Vorteil 1: Ich habe eine gesunde „Droge“ gefunden. Obst, statt Schokolade.

Wenn ich unterwegs bin, habe ich manchmal Lust auf Schokolade. Früher hätte ich der Sucht nachgegeben, und eine Tafel gekauft. Heute frage ich mich: Muss das denn wirklich sein? Wenn das Angebot von „erlaubten“ Dingen so gering ist, und diese am Kiosk auch noch unverschämt teuer sind, überlege ich es mir zwei mal.

Vorteil 2: Es spart Geld.

Wie Zucker auf den Körper wirkt

Video

Auf npr.org, einem Zusammenschluss von freien Radiosendern in den USA, gibt es einen sehr gelungenen (Video-)Beitrag über die Folgen von Zuckerkonsum im Gehirn und im Rest des Körpers. Sehr spannend!

Es wird unter anderem erklärt, dass der Körper, wenn wir Nahrung aufnehmen, Dopamin ausschüttet, was zur Folge hat, dass wir uns gut fühlen. Nehmen wir die gleiche Nahrung aber über mehrere Tage oder gar Wochen hinweg auf, sinkt der Dopaminspiegel stark. ->> Wir haben kein Wohlgefühl mehr. ->> Wir essen etwas anderes. Das ist eine geniale Einrichtung der Natur, damit wir möglichst viele verschiedene Nahrungsmittel zu uns nehmen und so dem Körper alles an Vitaminen und Mineralstoffen geben, was er braucht.

Essen wir aber Zucker, so bleibt der Dopaminspiegel (ähnlich wie beim Drogenkonsum) konstant oben – auch wenn wir über Wochen hinweg Zucker zu uns nehmen: Wir fühlen uns immer wieder gut dabei. Und somit nehmen wir dem Körper einen wichtigen, eingebauten Mechanismus, der uns gesund halten soll. Außerdem führt dieser hohe Dopaminspiegel (genau wie bei Drogen) auf Dauer zu Sucht.

Wer sich den Beitrag (auf Englisch) anschauen möchte, hier ist er:

Quelle

Verbotene Zwischenmahlzeiten ?

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In den letzten Tagen habe ich viel Frust gehabt, weshalb ich öfters nach etwas zu Essen gesucht habe; der sogenannte „Frustfraß“. Normalerweise hätte ich dann Schokolade (ohne Ende) in mich gesteckt und wäre sogar nachts losgefahren, um von der Tankstelle was zu holen. Um dem zu umgehen habe ich aus dem Biomarkt eine Süßigkeit gekauft: Kleine Bällchen, die nur aus Datteln und Mandeln bestanden. Die sind aber nicht wirklich eine Alternative; schmecken zwar, sind aber viel zu teuer.

Den ganzen Tag habe ich heute nach etwas gesucht, was ich essen kann. Ich bin oft zum Kühlschrank gelaufen. Alles was ich dort fand, sagte mir nicht zu. Irgendwann habe ich mir Apfelmus gekocht (Apfel und Birne in etwas Wasser kochen, abkühlen lassen, fertig!). Das, was wir auch immer im Haus haben ist Joghurt. So habe ich mir eine Schüssel genommen Apfelmus, Joghurt und etwas (selbstgemachtes) Müsli hineingetan.

Was war daran verfänglich? – eigentlich gar nichts. Ich bin öfters zum Kühlschrank gegangen, und habe (wie zu Beginn des Jahres schon erwähnt) einfach nur einen Schluck Apfelsaft getrunken. Tür wieder zu – alles bestens !
Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser als eine große. Subjektiv stellt sich bei mir aber das Gefühl ein, dass ich ständig ganz viel esse.

Wie auch schon vorher erwähnt, habe ich eine Vorliebe für Schlagsahne. Nachdem ich eine Zeit lang keine getrunken habe, habe ich jetzt wieder vermehrt Hunger/Appetit auf fettere Lebensmittel.

Obacht ! – Fett darf kein Ersatz für den fehlenden Zucker werden.

Mein (un)freiwilliger Selbstversuch

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Weihnachten geht zu Ende, noch 5 Tage, bis wir für ein Jahr komplett auf Zucker verzichten wollen. Und im Haus sind mehr Süßigkeiten als je zuvor (alles Geschenke!). Was also macht der Zucker-Junkie?

Okay, stellen wir uns mal folgende Situation vor: Ein Heroin-Junkie sagt sich: Ich hab die Schnauze voll, ich werde jetzt endlich clean. Keine Drogen mehr! Ab morgen wird alles anders! Soweit, so gut. Nun hat besagter Junkie aber leider noch Heroin zur Hand – und zwar nicht zu knapp! Was also macht unser Drogensüchtiger? Wirft er das Zeug ins Klo? Schenkt er es seinem besten Junkie-Freund? Verkauft er es?
Alles durchaus mögliche Szenarien. Allerdings ist das wahrscheinlichste wohl eher das hier: Junkie wird sich sagen: Okay, ab morgen also! Aber jetzt brauch ich erst nochmal ne Ladung! Ein letztes Mal noch!

Zurück zu weniger verpönten und durchaus legalen Drogen: Was macht jetzt der Zucker-Junkie mit der vielen Schokolade? Na? Kann es jemand erraten? Klar! Natürlich essen! War doch nicht so schwer! Was weg ist, kann mich nicht mehr in Versuchung führen! Also muss es vernichtet werden. Und zwar auf die angenehmste Weise.

Wobei ich mir bei dem „angenehm“ jetzt nicht mehr so sicher bin. Habe ich jemals schon einmal so viel Zucker auf einmal zu mir genommen? Ich glaube kaum. Dann wollen wir mal schauen, welche Folgen dieser unfreiwillige (oder doch eher freiwillige – wer zwingt mich denn???) Selbstversuch bisher hatte:

  • Übelkeit (des öfteren die letzten paar Tage)
  • heute morgen extreme Magenkrämpfe
  • auf die Wage traue ich mich nicht mehr
  • triste Stimmung, um es gelinde zu sagen
  • schlechtes Gewissen hoch zehn!

Und seit heute morgen habe ich außerdem richtig böse Schmerzen in der linken Schulter, so dass ich meinen Kopf kaum noch drehen kann. Auch eine Folge des Zuckerkonsums? Na ja, wir wollen mal nicht übertreiben! 😉

P.S.: Okay, ich geb’s zu, ich hab ein Mal zu oft Trainspotting gesehen und als Teenager Wir Kinder vom Bahnhof Zoo gelesen…

Weihnachten im Zuckerrausch

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Frohe Weihnachten allerseits! 🙂

Tja, man hätte es vielleicht doch schon mehr kundtun sollen, dass man keinen Zucker mehr essen will. Es sind noch nicht alle Süßigkeiten von Omas Nikolauspaket vernichtet oder verschenkt, da ist dann also Weihnachten. Mein Bruder, der sonst noch nie was Süßes geschickt hat, hat uns ein „Happy Bithday-Pack“ Toffifee geschickt. So eine monströse Packung habe ich überhaupt noch nie gesehen! Es sind gleich vier (!) von den normalen 15er-Packungen drin! Normalerweise hätte ich mich irrsinnig darüber gefreut. Leeeeecker! Jetzt frage ich mich nur, wie wir die in den nächsten 7 Tagen leer kriegen sollen – ICH KANN DIE DOCH NICHT NICHT ESSEN!!! (Okay, die erste Packung ist heute Abend draufgegangen – mir wird schon wieder übel). Dann kamen mit der Post noch 2 Tafeln Schokolade und von meiner Oma ne Packung Kekse, und dann hat Mark, der seinen Arbeitsplatz wechselt, zum Abschied gleich 2 Packungen Pralinen geschenkt bekommen!

Ich glaube, wir hatten noch NIE so viel Schokolade und Süßigkeiten im Haus wie ausgerechnet jetzt, wo wir sie in genau 7 Tagen alle los sein müssen! Ist das jetzt einfach Murphy’s Gesetz oder soll das eine Willensprobe sein? Wenn ja, dann habe ich bisher kläglich versagt. Ich kann nur sagen: Ich freue mich auf den 1.1.!!!

Frühjahrsputz im Küchenschrank (oder eher Jahresendputz)

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So langsam wird mir  bewusst, was das alles bedeutet, keinen Zucker mehr zu essen:

Restaurants kann man wohl vergessen. Pizza? Fehlanzeige! Weihnachtsgebäck gibt’s auch keins. Und wie soll der Kindergeburtstag laufen? Sollen wir da vielleicht eine Ausnahme machen? Was werden denn die armen Geburtstagsgäste sagen, wenn es da nur „gesunden“ Kuchen gibt? Oder eben doch ein Geburtstag mit selbstgemachter Minipizza? Und ohne Gummibärchen?

Wir werden auf jeden Fall eine Menge im Bioladen kaufen müssen, weil es anderswo eben keinen Ketchup ohne Zucker gibt!

Inzwischen räumen wir so langsam die Küchenschränke aus und um. Da stehen noch gefühlte 200 Gläser selbstgemachte Marmelade, 3 Gläser Pesto,  süßer Senf und meine heißgeliebte Korma-Paste in Massen. Und dann natürlich noch riesige Berge an Süßigkeiten. Schwiegermutter hat zu Nikolaus das größte Paket aller Zeiten geschickt – bis oben voll mit Schokolade! Ich frage mich wie die sich das vorstellt! Wer soll das bitte alles essen??? Selbst wenn unsere Kinder jeden Tag ein Stück davon haben dürfen (was ich eigentlich zu viel finde, aber man kann auch so schwer nein sagen), bräuchten sie ein halbes Jahr oder länger, um das alles zu essen. Aber an Ostern kommt ja dann wieder das nächste Paket. Und zu jedem Geburtstag. Und dann gibt’s ja neuerdings leider auch noch Halloween in Deutschland (obwohl niemand außer der Zuckerindustrie eine Ahnung hat, was dieses Fest hierzulande überhaupt zu suchen hat…). Tja, bisher waren es dann meistens Mama und Papa, die das alles aufgefuttert haben. Heimlich. Wenn die Kinder im Bett waren. Ich kann ja auch nicht einfach die Ohren davor verschließen, wenn da die himmlischsten Leckereien von Ferrero in der Abstellkammer nach mir rufen.  Das ist ja eben gerade mein Problem! Auf jeden Fall haben wir bestimmt die Hälfte des Paketinhalts neulich zum Brunch bei Freunden mitgenommen und heimlich auf dem Tisch verteilt – zur Freude der anwesenden Kinder.

Jetzt stehen hier lauter Lebensmittel, die wir bis zum 1.1. nie im Leben essen können und warten darauf, dass sich Freunde und Nachbarn erbarmen und sie bei der nächsten Gelegenheit mitnehmen. Na dann, Prost Neujahr!