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Erste Zweifel

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Heute geht unsere erste zuckerfreie Woche zu Ende. Die meiste Zeit hatte ich überhaupt keine Probleme damit. Lust auf Süßigkeiten hatte ich kein einziges Mal! Das beweist mir, dass wir genau die richtige Entscheidung getroffen haben. Sobald der Suchtstoff wegfällt, wird auch das Verlangen nach dem wirklich bösen Zeug (bei dem ich nicht mehr aufhören kann) weniger.
Probleme habe ich allerdings mit dem Frühstück. Ich bin eben doch nicht für ein herzhaftes Frühstück zu haben. Da wir die ganze Woche lecker Brot und Brötchen gebacken haben, habe ich mich auch dazu genötigt gefühlt, es zum Frühstück zu essen (statt Müsli mit Obst). Allerdings ohne Honig oder Marmelade, wie ich das sonst getan hätte. Fazit: Ist nicht so mein Ding. Da muss Abhilfe her!
Also haben Mark und ich uns gestern Abend in die Küche gestellt und fleißig „Süßes“ für’s Frühstück fabriziert: Bananen-Nuss-Granola (seeeehr lecker!) und zuckerfreie Erdbeer-Himber-Marmelade. Granola ist so was wie Knuspermüsli und wird im Ofen gebacken (Rezept folgt). Beides ist richtig gut gelungen.
Und trotzdem: Heute Morgen fand ich meine neue Marmelade auf Knäcke eher langweilig. Und mein heiß geliebtes Thai-Curry war heute Mittag ohne den Esslöffel Ahornsirup auch nur noch halb so gut. Es ist eben doch nicht das gleiche. Es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass die Menschheit den Zucker so liebt: Er ist einfach lecker!
Und vielleicht sollte ich auch nicht zu viel von mir erwarten. Ziel unseres Jahres ohne Zucker ist ja unter anderem, unseren Geschmack umzustellen. Das passiert natürlich nicht innerhalb von 7 Tagen! Wobei ich doch schon erste Fortschritte bemerkt habe: Da ich meinen Saft bisher extrem ungerne mit Wasser verdünnt getrunken habe, dachte ich mir: Dann trinkst du eben nur ein drittel Glas Saft pur und das Wasser dann einfach hinterher. Als ich dann gestern mein Gläschen Multivitaminsaft getrunken habe, war er mir irgendwie viel zu süß. Bisher hatte ich noch nie gemerkt, dass er überhaupt süß ist! Das war mir einfach nie aufgefallen.
Ich habe diesen Artikel ja mit „Erste Zweifel“ betitelt. Das soll keinesfalls heißen, dass ich an unserem Vorhaben für dieses Jahr zweifele. Ich will und werde dieses Jahr keinen Zucker essen! Aber vorhin habe ich zum ersten Mal daran gedacht, dass das Jahr ja auch irgendwann vorbei ist, und ich dann nicht mehr „leiden“ muss. Und dann zumindest Dinge mit Ahornsirup oder Apfeldicksaft süßen werde.
Aber wie schon gesagt, eigentlich leide ich überhaupt nicht. Die meiste Zeit fällt es mir wirklich sehr leicht.Und wenn ich die Marmelade erst mal mit frisch gebackenem Brot statt trockenem Knäcke probiert habe, werde ich sicher begeistert sein!

Also: Hier zu Hause bisher alles gut. Allerdings war ich bisher nur wenig unterwegs. Wie das auf der Arbeit oder im Urlaub werden soll, ist mir noch ein Rätsel. Die Umwelt ist einfach nicht auf zuckerfreies Leben ausgelegt.

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Doch schon früher anfangen?

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In den letzten Tagen habe ich wieder so viel Schokolade gegessen, dass mir zwar nicht schlecht davon geworden ist, ich aber gedacht habe, es muss echt aufhören – und zwar sofort. Am besten soll jetzt schon alles „Böse“ weg sein.

Es sind nur noch ein paar Tage, aber vorher will ich alles (Verbotene) noch einmal gegessen haben. Also sündigen, was das Zeug hält. Die Sucht ist  jetzt so groß geworden, dass ich nervös durch die Gegend laufe, nur um etwas Süßes zu finden.  Da sieht man einmal, wie schnell man in einen Teufelskreis gerät. Zum Glück habe ich beim Einkaufen keine Schwierigkeiten gehabt, am Süßigkeitenregal vorbei zu gehen. Positiv fällt mir auf, dass ich schon einen gewissen Blick entwickele und schaue: Was kommt auf jeden Fall nicht in den Einkaufswagen.

Heute habe ich recht viel Obst eingekauft, und gedacht: Wenn genug da ist von dem, was ich anstelle von einem Nutella-Brot oder einer Tafel Schokolade essen kann, dann nehme ich einfach dies. Das Angebot regelt ja bekanntlich die Nachfrage. Wenn Zucker im Haus ist, wird er auch konsumiert. Wenn kein Zucker vorhanden ist, kommt man auch eher weniger auf die Idee, etwas mit Zucker zu essen. Soweit die Theorie!

Mein (un)freiwilliger Selbstversuch

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Weihnachten geht zu Ende, noch 5 Tage, bis wir für ein Jahr komplett auf Zucker verzichten wollen. Und im Haus sind mehr Süßigkeiten als je zuvor (alles Geschenke!). Was also macht der Zucker-Junkie?

Okay, stellen wir uns mal folgende Situation vor: Ein Heroin-Junkie sagt sich: Ich hab die Schnauze voll, ich werde jetzt endlich clean. Keine Drogen mehr! Ab morgen wird alles anders! Soweit, so gut. Nun hat besagter Junkie aber leider noch Heroin zur Hand – und zwar nicht zu knapp! Was also macht unser Drogensüchtiger? Wirft er das Zeug ins Klo? Schenkt er es seinem besten Junkie-Freund? Verkauft er es?
Alles durchaus mögliche Szenarien. Allerdings ist das wahrscheinlichste wohl eher das hier: Junkie wird sich sagen: Okay, ab morgen also! Aber jetzt brauch ich erst nochmal ne Ladung! Ein letztes Mal noch!

Zurück zu weniger verpönten und durchaus legalen Drogen: Was macht jetzt der Zucker-Junkie mit der vielen Schokolade? Na? Kann es jemand erraten? Klar! Natürlich essen! War doch nicht so schwer! Was weg ist, kann mich nicht mehr in Versuchung führen! Also muss es vernichtet werden. Und zwar auf die angenehmste Weise.

Wobei ich mir bei dem „angenehm“ jetzt nicht mehr so sicher bin. Habe ich jemals schon einmal so viel Zucker auf einmal zu mir genommen? Ich glaube kaum. Dann wollen wir mal schauen, welche Folgen dieser unfreiwillige (oder doch eher freiwillige – wer zwingt mich denn???) Selbstversuch bisher hatte:

  • Übelkeit (des öfteren die letzten paar Tage)
  • heute morgen extreme Magenkrämpfe
  • auf die Wage traue ich mich nicht mehr
  • triste Stimmung, um es gelinde zu sagen
  • schlechtes Gewissen hoch zehn!

Und seit heute morgen habe ich außerdem richtig böse Schmerzen in der linken Schulter, so dass ich meinen Kopf kaum noch drehen kann. Auch eine Folge des Zuckerkonsums? Na ja, wir wollen mal nicht übertreiben! 😉

P.S.: Okay, ich geb’s zu, ich hab ein Mal zu oft Trainspotting gesehen und als Teenager Wir Kinder vom Bahnhof Zoo gelesen…

Teufel Schokolade

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Schokolade hat schon einen komischen Effekt auf mich. Jetzt habe ich fast 2 Wochen keine Süßigkeiten gegessen und sie auch wenig vermisst. Ich hatte einfach jetzt schon ein schlechtes Gewissen dabei, Zucker zu essen, während ich langsam die Schränke von demnächst verbotenen Lebensmitteln befreie und im Supermarkt schon ganz genau auf alle Zutatenlisten schaue. Ich war schon fast drin.
Aber gestern war Weihnachtsfeier bei meiner Firma. Lecker Kekse und Schoki wo man nur hinschaute. Und ich dachte mir: ‚Hey, NOCH darfst du ja! Und du willst ja bestimmt nicht die gesamte Weihnachtszeit schon Vanillekipferl und Schokolade verschmähen. Musst du ja früh genug machen.’ Also hab ich mir da die ein oder andere süße Sünde genehmigt. Nicht zu viel. Nicht so, wie ich es sonst getan hätte, sondern in Maßen. Ich war auch ganz stolz auf mich.
Und heute? Ich kann gar nicht mehr aufhören, Schokolade zu essen. Am liebsten würde ich mir gleich 2 ganze Tafeln reinpfeifen. Leider ist ja auch jede Menge im Haus – danke Oma!
Morgen gibt’s garantiert wieder Bauchweh. So ist das immer, wenn ich länger keine Schokolade gegessen habe. Und überhaupt: Mit Schoki und vor allem auch Nutella ist das irgendwie seltsam: Je mehr ich davon esse, desto besser schmeckt es! Nach einer Woche ohne Süßkram schmeckt Nutella plötzlich nur noch halb so gut. Das ist dann immer ziemlich enttäuschend. Aber wenn ich fleißig weiterfuttere, wird es irgendwie jeden Tag leckerer, und so nach 3-4 Tagen denke ich wieder mit jedem …ähem… Löffel, dass ich im Himmel schwebe!
Kennt das jemand?

Ich bin dabei

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Seit Anya und ich vorhaben, ab Anfang 2014 keinen Zucker mehr zu essen, gehe ich schon beim Einkaufen durch die Reihen und sage vor mich hin: „Ok, das nicht – dies nicht – jenes nicht“. Ich bin ja schon unsicher, was passiert, wenn ich mal Bock auf Schoki habe, es aber eigentlich vermeiden will. Anfangs wird es richtig hart werden, denke ich. Aber muss ja eigentlich nicht. Wenn man jemanden hat, der mitmacht und man nicht alleine auf weiter Flur ist…. Und nun bin ich auch noch in einem Haushalt mit jemandem (meiner Frau), der auch mitmacht! Muss doch klappen! Zurück zu Heißhunger auf Schoki: Ich denke, es ist ähnlich wie bei der Umstellung, kein Fleisch mehr zu essen, vegetarisch zu leben. Mit dem Unterschied, dass die Lebensmittelindustrie weitaus mehr Substitute für die Vegetarier bereit hält, als für „Non-Sugar-Konsumenten“. Schwer wird es einfach, wenn man zum Brunch eingeladen ist und natürlich seine zuckerfreien Speisen mitbringt. Wenn man Pech hat, kann man nur das essen, was man selbst mitgebracht hat. Na viel Spaß, wenn den anderen dein Gericht gut schmeckt !!! „Wat is’n ditte: Bring ick mer Stullen mit, wa – damit ick se heimlich esse, un wat zu beißen hab?“ Abschließend: Es kann richtig hart werden, aber wenn man zu Hause das ganze Zuckerzeug weggibt/wegschmeißt, kommt man auch nicht auf die Idee, was „Verbotenes“ zu essen. Mit der Zeit muss dann einfach herumexperimentiert werden: Vegetarische Gerichte sind zwar nicht immer zuckerfrei, aber da wird man wohl eher weniger in die Falle tappen, was ungesundes zu essen (um nicht verboten zu sagen, das klingt so hart). Was passiert, wenn man später feststellt, ohhhh, da war ja Zucker drin ? Alles nicht so eng sehen, denk ich. Vielleicht merke ich mir dann besser, was ich gegessen habe. Manchmal hab ich ja nicht die Zeit, nachzuschauen. Zum Glück gibt es in der heutigen Zeit  ja Smartphones: Wenn ich unterwegs bin, kann ich in einer stillen Minute mal eben die Zutatenliste googeln.

Frühjahrsputz im Küchenschrank (oder eher Jahresendputz)

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So langsam wird mir  bewusst, was das alles bedeutet, keinen Zucker mehr zu essen:

Restaurants kann man wohl vergessen. Pizza? Fehlanzeige! Weihnachtsgebäck gibt’s auch keins. Und wie soll der Kindergeburtstag laufen? Sollen wir da vielleicht eine Ausnahme machen? Was werden denn die armen Geburtstagsgäste sagen, wenn es da nur „gesunden“ Kuchen gibt? Oder eben doch ein Geburtstag mit selbstgemachter Minipizza? Und ohne Gummibärchen?

Wir werden auf jeden Fall eine Menge im Bioladen kaufen müssen, weil es anderswo eben keinen Ketchup ohne Zucker gibt!

Inzwischen räumen wir so langsam die Küchenschränke aus und um. Da stehen noch gefühlte 200 Gläser selbstgemachte Marmelade, 3 Gläser Pesto,  süßer Senf und meine heißgeliebte Korma-Paste in Massen. Und dann natürlich noch riesige Berge an Süßigkeiten. Schwiegermutter hat zu Nikolaus das größte Paket aller Zeiten geschickt – bis oben voll mit Schokolade! Ich frage mich wie die sich das vorstellt! Wer soll das bitte alles essen??? Selbst wenn unsere Kinder jeden Tag ein Stück davon haben dürfen (was ich eigentlich zu viel finde, aber man kann auch so schwer nein sagen), bräuchten sie ein halbes Jahr oder länger, um das alles zu essen. Aber an Ostern kommt ja dann wieder das nächste Paket. Und zu jedem Geburtstag. Und dann gibt’s ja neuerdings leider auch noch Halloween in Deutschland (obwohl niemand außer der Zuckerindustrie eine Ahnung hat, was dieses Fest hierzulande überhaupt zu suchen hat…). Tja, bisher waren es dann meistens Mama und Papa, die das alles aufgefuttert haben. Heimlich. Wenn die Kinder im Bett waren. Ich kann ja auch nicht einfach die Ohren davor verschließen, wenn da die himmlischsten Leckereien von Ferrero in der Abstellkammer nach mir rufen.  Das ist ja eben gerade mein Problem! Auf jeden Fall haben wir bestimmt die Hälfte des Paketinhalts neulich zum Brunch bei Freunden mitgenommen und heimlich auf dem Tisch verteilt – zur Freude der anwesenden Kinder.

Jetzt stehen hier lauter Lebensmittel, die wir bis zum 1.1. nie im Leben essen können und warten darauf, dass sich Freunde und Nachbarn erbarmen und sie bei der nächsten Gelegenheit mitnehmen. Na dann, Prost Neujahr!