Schlagwort-Archive: Probleme mit Zuckerfrei

Es wird nicht leichter…

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… oder vielleicht sollte ich eher sagen: Es wird schwerer!

Vor ein paar Monaten war ich mir noch ganz sicher, dass ich auf jeden Fall nach Ende des zuckerfreien Jahres so weiter machen will: kein Zucker im Haus, kein Agavendicksaft oder Honig, nur gesundes, tolles Essen. In den ersten Monaten ist mir der Verzicht überhaupt nicht wie ein Verzicht vorgekommen. Es war super einfach und ich habe mich einfach rundum wohl gefühlt.
Inzwischen neigt sich das Jahr so langsam und allmählich dem Ende entgegen (ich kann es kaum fassen) und ich ertappe mich immer häufiger dabei, wie ich sehnsüchtig auf eine Packung Kekse schiele oder mir ein Eis von Ben & Jerry wünsche. Auch die Kinder fangen plötzlich an, sich zu beschweren. Neulich fragte die Große, ob wir dann im Januar auch wieder Nutella kaufen können. Als ich erklärt habe, dass ich eigentlich nicht vorhatte, so einen Schrott jemals wieder in meiner Küche zuzulassen (und gerade Nutella!!), ist sie richtig sauer geworden und hat mich darauf hingewiesen, dass wir ja wohl gesagt hätten, wir machen nur ein Jahr ohne Zucker!
Ich kann mich auch immernoch nicht daran gewöhnen, morgens auf dem Brot etwas herzhaftes zu essen. Und somit gibt es eigentlich immer nur Müsli für mich. Auch Salat esse ich viel seltener, weil er ohne Zucker im Dressing einfach nicht so richtig schmecken will… Wobei, … ich habe schon eine ganz gute Alternative entwickelt. Die sollte ich wohl die Tage mal als Rezept einstellen. 🙂
Vielleicht liegt es auch einfach nur daran, dass die letzten beiden Monate so stressig und arbeitsintensiv waren (was man auch daran merkt, dass ich seit Mitte August nichts mehr gepostet habe!!). Zucker ist bekanntlich Nervennahrung. Und so habe ich mir in den letzten Wochen viel häufiger als am Anfang eine „zuckerfreie“ Süßigkeit (z.B. Raw Bite) gegönnt.

Nobody is perfect!

Zwangssünde!

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Gestern musste ich doch glatt was mit Süßstoff zu mir nehmen! Ich habe die letzten beiden Tage einen Film gedreht (zu meinem Buch über Zentangle) und am zweiten Tag hab ich morgens kaum einen Satz herausbekommen, ohne dass ich mich räuspern musste. Stimme arg mitgenommen! Die einzige Lösung, die mir einfiel, war, mir Hustenbonbons zu kaufen (Ricola Zuckerfrei – obwohl ich nicht sicher bin, ob die mit Zucker da nicht gesünder gewesen wären…). Habe eins gelutscht und Voilà, ging wieder! Die restliche Tüte habe ich dann meinem „Kameramann“ geschenkt.

Hat jemand von euch einen Vorschlag, was man in so einem Fall sonst tun könnte? Vielleicht ein altes Hausmittel oder so? Hatte ja doch ein ziemlich schlechtes Gewissen dabei…

Zuckerfalle Krankenhaus

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Kürzlich war ich im Krankenhaus und hatte (natürlich) ein Problem damit,  an zuckerfreie Mahlzeiten zu kommen. Vorsorglich hatte ich mir ein selbstgemachtes Glas Marmelade mitgenommen. Aber, da ich eine Woche dort war, konnte ich natürlich nicht immer Marmelade essen, und zum Mittag war es auch schlichtweg sinnlos, etwas „gesundes“ (aus der Großküche) zu erwarten.

Natürlich gab es auch das ein oder andere ohne Zucker, z.B. Kartoffeln, oder Reis pur. Die Soßen waren echt ekelig und eine war mal mit richtig widerlichen Hackbällchen aus Pressfleisch. Jetzt weiß ich, warum es Krankenhaus heißt. Von dem Essen kann man nur krank werden. Ein Patient auf der Station konnte dieses widerliche Zeug irgendwann nicht mehr sehen, und ist sogar abends mal auswärts essen gegangen.

Zum Frühstück standen natürlich auch Marmelade, Nutella, Honig, etc. auf dem Buffet. Und – es gab nur Weißmehlbrötchen – vermutlich voll mit  Zucker oder Malzextrakt. Aber irgendwann musste ich ja mal was anderes als mein mitgebrachtes Knäckebrot essen. Also habe eben die Zuckerbrötchen essen müssen und siehe da – sofort ist der Heißhunger nach Süßem zurückgekehrt und so nahm das Schicksal seinen Lauf, dass ich früher oder später sogar von dem Nutella kostete – obwohl ich das ja gar nicht machen wollte!

Dieser Fall hat mir gezeigt, wie krass die Zuckerindustrie den Kunden abhängig macht, und dass man dann immer mehr von dem bösen Zeug will. Sobald wieder Zucker im Körper ist, kann man sich einfach nicht mehr zurückhalten.

andere Lebensmittel andere Sorgen

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Momentan  gehe ich wirklich zu oft an den Kühlschrank. Zu Beginn der zuckerfreien Zeit habe ich geschrieben, dass es scheinbar recht einfach sei. Ich bräuchte bloß einen Schluck Apfelsaft zu trinken, und – weg! Das hat sich verändert.
Jetzt, wo wir keinen Zucker mehr essen, wird sich das Geschmacksempfinden verändern, heißt es.

So wie hier etwa:
Mit der Zeit habe ich vermehrt das Verlangen nach Molkereiprodukten. Joghurt könnte ich momentan auch einfach pur essen. Er schmeckt jetzt auch ohne Zucker. Zum Frühstück tue ich am liebsten Banane und Granola rein. Manchmal habe ich aber das Bedürfnis, nach dem Mittag auch so eine ganze Schüssel Joghurt mit Banane zu essen. Das ist dann allerdings zu viel des Guten. Denn eigentlich war ich doch schon satt.

Also kommt jetzt das Problem hinzu, nicht zu viel zu essen. Zuckerfrei in allen Ehren, aber deshalb nicht mehr, bitteschön!

In puncto Molkereiprodukte sei noch gesagt: Da wir schon lange kein Fleisch mehr essen,  müsste ich eigentlich auch auf Milch verzichten. Anstatt Kuhmilch könnte ich Soja-, Reis- oder Hafermilch trinken. Ich habe allerdings schon festgestellt, dass das Müsli ohne Kuhmilch nicht schmeckt.

Also auch das Müsli abschaffen?

Fressattacken

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Es wird so langsam schwerer. Zwar kann ich mühelos an Süßigkeiten vorbei laufen und angebotenen Kuchen dankend ablehnen – wirklich überhaupt kein Problem. Aber zu Hause habe ich gerade ständig das Gefühl, ich müsste jetzt mal nen kleinen „Snack“ zu mir nehmen. Eigentlich könnte ich pausenlos nur futtern. So also ob tief drinnen eben doch das Gefühl sitzt: Jetzt ist aber endlich mal wieder was Süßes dran! Und um das zu umgehen, muss ich dann eben was anderes essen – so fünf mal am Tag. Aber statt dann wenigstens Obst zu essen (da wäre ja auch Zucker drin), besteht mein Ersatz für Süßigkeiten viel zu oft aus Nüssen. Nicht so wirklich gut für die Figur, so auf Dauer. Aber natürlich immer noch besser, als Schokolade…

Die Tage habe ich auf der Straße eine leere Packung Toffifee liegen sehen und plötzlich hat sich da ein ganz böser Gedanke eingeschlichen: „Mmmmhhh! Wenn das Jahr rum ist esse ich erst mal eine ganze Packung Toffifee! Nur einmal! Und dann bin ich wieder brav!“

Falsche Taktik! Was bringt es mir, die Zuckerentwöhnung ein ganzes Jahr durchzuhalten, um dann gleich wieder in alte Verhaltensmuster zu verfallen? Genau mit dem Mist wollte ich doch aufhören!! Eigentlich muss es heißen: „Mmmmhhh! Wenn das Jahr rum ist esse ich erst mal ein oder zwei Toffifee! Nur einmal! Und ich werde sie so richtig genießen!!“

Anyhow, der Plan für die nächsten Tage: Immer einen schönen Pott ungesüßten Tee auf dem Tisch stehen haben (zum Glück habe ich Mark eine Teekanne von Bodum zum Geburtstag geschenkt) und dann immer, wenn ich was futtern will, erst mal nen Tee trinken.

Wir berichten.

Der erste Monat ist rum!

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Jubiläum! Wir leben jetzt schon einen ganzen Monat ohne zugesetzten Zucker! Der Monat hatte natürlich Höhen und Tiefen, aber insgesamt kann ich nur sagen: Es hat mir gut getan und ich fühle mich wohl!

Auf Partys haben wir uns eigene Snacks mitgenommen, wenn wir zum Shoppen in die Stadt rein fahren, haben wir immer etwas Obst, ein paar Brote oder zumindest Kokos-Chips dabei. In der Küche haben wir so einiges an Ersatz gefunden, so dass der Kühlschrank bei weitem nicht mehr so leer ist, wie am Anfang. Ich habe schon so einige Tricks raus (z.B. einen Schuss Apfelsaft ins Salatdressing, ist zwar bei weitem nicht so süß wie früher, reicht aber dicke aus). Wir haben viele tolle Rezepte ohne Zucker gefunden oder selbst kreiert und mir persönlich schmeckt das meiste auch ohne Zucker richtig gut – der Geschmack hat sich schon zum Teil umgestellt. Und wir backen wie die Weltmeister.

Ein paar Dinge sind allerdings anzumerken:

  • Es ist ja schon teurer, so ein zuckerfreies Leben. Dadurch, dass man vieles im Bioladen kaufen muss, gibt man deutlich mehr Geld aus.
  • Ich habe zwar in der ersten Woche drei Kilo abgenommen, in der zweiten aber auch gleich wieder eins dazubekommen. Ohne Zucker leben macht nicht zwangsläufig dünn. Man muss schon weiterhin schauen, was man isst. Und das habe ich diesen Monat fast gar nicht getan. Vor allem in den letzten Tagen habe ich angefangen, wie eine Verrückte Nüsse aller Arten zu essen. Mir graust es schon vor dem Schritt auf die Waage! Vorsatz für den nächsten Monat: Wieder mehr Obst als Snack! Und nicht mehr so viel Käse beim Kochen.
  • Dazu gehört auch, dass ich abends nicht mehr so viel Brot essen will. Und das fällt wirklich schwer, weil wir eben ständig leckeres, frisch gebackenes Brot auf dem Tisch haben. Sogar ein neues Backbuch haben wir uns gegönnt.
  • Wir haben beide manchmal das Gefühl, dass wir ständig fressen, fressen, fressen könnten. Die Gewohnheit schreit: Gib mir Schokolade! Und wir kompensieren dann mit anderen Lebensmitteln – viel davon.
  • Mark hat seit dem ersten Januar ständig kalte Hände und Füße. Das hatte er noch nie! Er war immer meine Heizung. Jetzt will er sich stattdessen an mir wärmen. Autsch! Aber woran mag das liegen?
  • Ich komme morgens ziemlich schwer aus dem Bett. Kann aber auch an etwas anderem liegen…
  • Ich kompensiere mit Nüssen, Mark hat dafür wesentlich mehr Milchprodukte verdrückt als vorher. Da macht sich dann natürlich irgendwann die latente Laktose-Intoleranz bemerkbar. Mark hat also auch einen guten Vorsatz für den nächsten Monat: Weniger Milch und Joghurt, mehr Hafermilch und Sojagurt. Mal sehen, wie das läuft.
  • Die Kinder sehen das Ganze zwar größtenteils recht locker („Das brauchen wir nicht!“, rufen sie, wenn wir im Supermarkt an den Süßigkeiten vorbeilaufen.), aber manchmal hätten sie dann eben doch gerne ein zweites Glas Saft. Das gab heute auch mal Geschrei.
  • Mark hat beim Einkaufen immer das Gefühl, dass er fast gar nichts mehr kaufen darf. Stimmt natürlich überhaupt nicht. Fertigfutter haben wir auch vorher sehr wenig gekauft. Soooo viel fällt jetzt gar nicht mehr weg…
  • Man muss wirklich immer wieder genau hinschauen, was man kauft. Luna wollte letztens unbedingt Spinat mitnehmen. Da ich das Zeug nicht ausstehen kann, haben wir so etwas normalerweise nicht im Haus. Ich habe mir gar nichts dabei gedacht und einfach eine Packung gekauft (ist doch nur Gemüse, oder?). Erst hinterher hab ich’s gesehen: Da ist ja Zucker drin!! Hab ich echt nicht mit gerechnet.

Aber insgesamt können wir nicht klagen. Es läuft gut, wir fühlen uns wohl, und es schmeckt. – Auf die nächsten 11 Monate!