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Erschreckende Fakten über Zucker (Teil 2)

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Wie versprochen möchte ich euch heute noch einmal etwas mehr über die bösen Effekte von Zuckerkonsum erzählen. Was nämlich passiert in unserem Körper, wenn wir Zucker zu uns nehmen?

Vielleicht erst einmal die Frage: Warum essen die meisten Menschen so gerne Süßes? Das ist ganz leicht beantwortet: Weil es dick macht!

Wie? Was? Was ist denn daran gut? Warum sollten wir absichtlich dick werden wollen? Um diese Fragen zu beantworten, müssen wir einmal eine kleine Zeitreise machen. Viele, viele tausend Jahre zurück nämlich. Zu unseren Vorfahren, den Jägern und Sammlerinnen. Während die meisten von uns heute einen Großteil ihrer Zeit auf einem Stuhl sitzend verbringen und jederzeit so viel essen können, wie wir wollen, waren unsere Ahnen ständig in Bewegung. Tieren hinterherlaufen, essbare Beeren, Nüsse oder Wurzeln suchen (und dann vielleicht noch ausgraben), Holz sammeln, Wasser holen… das alles braucht eine Menge Energie. Und diese Energie bekommen wir bekanntlich über unsere Nahrung. Oft war aber gar nicht so richtig viel Nahrung vorhanden und die Menschen mussten manchmal tage- oder gar wochenlang Fasten. Daher hat es die Natur so eingerichtet, dass wir automatisch Fettreserven aufbauen, wenn genügend zu Essen da ist. Diese können dann in den Hungerzeiten angezapft werden, so dass wir notfalls wochenlang ohne Nahrung auskommen können.

Der Körper weiß aber auch, dass manche Speisen die Fettreserven schneller vergrößern als andere. Zucker zum Beispiel (vor allem Fruktose), ist so ein Kandidat. Das heißt, wenn unsere Vorfahren dann doch einmal einen großen Baum voller süßer Früchte entdeckt hatten, was es nicht nur gut, sondern sogar fast nötig, dass sie so viel dieser Dickmacher zu sich genommen haben, wie möglich.

Und um dieses Überfressen zu fördern hat Mutter Natur zwei Mechanismen in uns angelegt, die uns bei Süßem immer schön weiter essen lassen:

  1. Zucker wirkt auf das „Belohnungszentrum“ im Gehirn. Das ist die Region, die auch bei Sex (weil wir uns ja vermehren sollen) und bei Drogenkonsum stimuliert wird. Wenn wir Zucker zu uns nehmen, fühlen wir uns einfach gut und wollen mehr davon. Glückgefühle werden in Massen ausgeschüttet!
  2. Zucker blockiert die natürliche Essbremse, die unserem Körper normalerweise sagt, wann wir satt sind. Das Hormon Leptin sorgt normalerweise dafür, dass wir aufhören zu essen, wenn wir genug haben. Insulin aber bremst das Leptin aus – und wenn wir Zucker essen steigt der Insulinspiegel im Körper. Das heißt: Wir essen einfach weiter, obwohl wir längst satt sind. Schlimmer noch: Bei besonders fettleibigen Menschen kann es irgendwann sogar zu einer Leptin-Resistenz kommen – und deshalb haben sie immer mehr und mehr Hunger.

 

Tja, was für unsere vermutlich recht mageren Vorfahren durchaus von Vorteil war, wird uns heute leider zum Verhängnis. Wir bewegen uns viel zu selten als dass wir dieses systematische Überessen noch nötig hätten. Wenn wir die ganze Tafel Schokolade gegessen haben, speichert unser Körper diese Nahrung schön als Fettreserve, weil er ja nicht weiß, dass heute Abend dann noch eine Pizza und eine Portion Ben and Jerry’s Eis kommen.

Außerdem ist in der Pizza dann auch noch einmal Zucker drin – und so essen wir mehr davon, als wir sollten. Besonders schlimm ist es, wenn wir Cola oder ähnliches dazu trinken. Mal abgesehen davon, dass die Cola allein schon dick macht, bremst der darin enthaltene Zucker auch noch die Leptinproduktion, so dass wir zusätzlich auch noch mehr essen, als wenn wir nur Wasser getrunken hätten. Softdrinks sind also doppelte Dickmacher!

Und so wundert es mich persönlich auch überhaupt nicht mehr, warum in allen Fertigprodukten massenweise Zucker drin sein muss: Mal abgesehen davon, dass es besser schmeckt, bringt es uns auch noch dazu mehr zu essen. Und mehr. Und noch mehr.

Na vielen Dank, Nahrungsmittelindustrie!

 

P.S.: Wer jetzt denkt: „Oh Gott! Ich muss sofort aufhören Obst zu essen!“, dem sei beruhigenderweise gesagt: Obst mach den Körper nur so dick, wie er sein soll – eben kräftig genug, um gut zu überleben. Es ist fast unmöglich, so viel Obst zu essen, dass man davon dick wird. Wenn dieser Zucker aber aus der Frucht/der Rübe/dem Zuckerrohr herausgenommen und in 20-facher Menge einer Tafel Schokolade zugesetzt wird – dann fangen unsere Probleme an.

Der erste Monat ist rum!

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Jubiläum! Wir leben jetzt schon einen ganzen Monat ohne zugesetzten Zucker! Der Monat hatte natürlich Höhen und Tiefen, aber insgesamt kann ich nur sagen: Es hat mir gut getan und ich fühle mich wohl!

Auf Partys haben wir uns eigene Snacks mitgenommen, wenn wir zum Shoppen in die Stadt rein fahren, haben wir immer etwas Obst, ein paar Brote oder zumindest Kokos-Chips dabei. In der Küche haben wir so einiges an Ersatz gefunden, so dass der Kühlschrank bei weitem nicht mehr so leer ist, wie am Anfang. Ich habe schon so einige Tricks raus (z.B. einen Schuss Apfelsaft ins Salatdressing, ist zwar bei weitem nicht so süß wie früher, reicht aber dicke aus). Wir haben viele tolle Rezepte ohne Zucker gefunden oder selbst kreiert und mir persönlich schmeckt das meiste auch ohne Zucker richtig gut – der Geschmack hat sich schon zum Teil umgestellt. Und wir backen wie die Weltmeister.

Ein paar Dinge sind allerdings anzumerken:

  • Es ist ja schon teurer, so ein zuckerfreies Leben. Dadurch, dass man vieles im Bioladen kaufen muss, gibt man deutlich mehr Geld aus.
  • Ich habe zwar in der ersten Woche drei Kilo abgenommen, in der zweiten aber auch gleich wieder eins dazubekommen. Ohne Zucker leben macht nicht zwangsläufig dünn. Man muss schon weiterhin schauen, was man isst. Und das habe ich diesen Monat fast gar nicht getan. Vor allem in den letzten Tagen habe ich angefangen, wie eine Verrückte Nüsse aller Arten zu essen. Mir graust es schon vor dem Schritt auf die Waage! Vorsatz für den nächsten Monat: Wieder mehr Obst als Snack! Und nicht mehr so viel Käse beim Kochen.
  • Dazu gehört auch, dass ich abends nicht mehr so viel Brot essen will. Und das fällt wirklich schwer, weil wir eben ständig leckeres, frisch gebackenes Brot auf dem Tisch haben. Sogar ein neues Backbuch haben wir uns gegönnt.
  • Wir haben beide manchmal das Gefühl, dass wir ständig fressen, fressen, fressen könnten. Die Gewohnheit schreit: Gib mir Schokolade! Und wir kompensieren dann mit anderen Lebensmitteln – viel davon.
  • Mark hat seit dem ersten Januar ständig kalte Hände und Füße. Das hatte er noch nie! Er war immer meine Heizung. Jetzt will er sich stattdessen an mir wärmen. Autsch! Aber woran mag das liegen?
  • Ich komme morgens ziemlich schwer aus dem Bett. Kann aber auch an etwas anderem liegen…
  • Ich kompensiere mit Nüssen, Mark hat dafür wesentlich mehr Milchprodukte verdrückt als vorher. Da macht sich dann natürlich irgendwann die latente Laktose-Intoleranz bemerkbar. Mark hat also auch einen guten Vorsatz für den nächsten Monat: Weniger Milch und Joghurt, mehr Hafermilch und Sojagurt. Mal sehen, wie das läuft.
  • Die Kinder sehen das Ganze zwar größtenteils recht locker („Das brauchen wir nicht!“, rufen sie, wenn wir im Supermarkt an den Süßigkeiten vorbeilaufen.), aber manchmal hätten sie dann eben doch gerne ein zweites Glas Saft. Das gab heute auch mal Geschrei.
  • Mark hat beim Einkaufen immer das Gefühl, dass er fast gar nichts mehr kaufen darf. Stimmt natürlich überhaupt nicht. Fertigfutter haben wir auch vorher sehr wenig gekauft. Soooo viel fällt jetzt gar nicht mehr weg…
  • Man muss wirklich immer wieder genau hinschauen, was man kauft. Luna wollte letztens unbedingt Spinat mitnehmen. Da ich das Zeug nicht ausstehen kann, haben wir so etwas normalerweise nicht im Haus. Ich habe mir gar nichts dabei gedacht und einfach eine Packung gekauft (ist doch nur Gemüse, oder?). Erst hinterher hab ich’s gesehen: Da ist ja Zucker drin!! Hab ich echt nicht mit gerechnet.

Aber insgesamt können wir nicht klagen. Es läuft gut, wir fühlen uns wohl, und es schmeckt. – Auf die nächsten 11 Monate!